KI-Experte aus der Praxis: Dirk Eckart (rechts, stehend) über die Chancen der digitalen Transformation im mittelständischen Handwerksbetrieb

Dass Künstliche Intelligenz (KI) keine Zukunftsmusik für Großkonzerne ist, sondern längst auf dem Gerüst und in der Werkstatt angekommen ist, bewies das jüngste „Handwerkerfrühstück“ in Riesa. Die Handwerkskammer Dresden hatte in Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft Region Meißen die Gemeinhardt Service GmbH eingeladen, um hinter die Kulissen eines digitalisierten Handwerksbetriebs zu blicken. Bei Kaffee und Brötchen wurde schnell klar: KI ist im Handwerk kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug gegen Fachkräftemangel und Zeitnot.

Referent Dirk Eckart, Geschäftsführer der Gemeinhardt Service GmbH, räumte mit dem Vorurteil auf, KI sei kompliziert oder abstrakt,  und präsentierte konkrete Anwendungen wie den „Sicherheitsbeauftragten Simon“ oder intelligente Chatbots. Die digitale Transformation im Handwerk zeigt sich hierbei vor allem in drei strategischen Bereichen: Ein intelligenter KI-Bot revolutioniert den Kundenservice, indem er Kundenanfragen auf Basis des vorhandenen Expertenwissens rund um die Uhr präzise beantwortet. Dieser durchsucht eigenständig Blogs, Videos und Fachinformationen des Betriebs, um Kundenanfragen in Sekundenschnelle präzise zu beantworten. Der Bot revolutioniert den Kundenservice, da er rund um die Uhr kompetent Auskunft gibt – auch wenn das Büro längst im Feierabend ist. Parallel dazu sorgt die Automatisierung von Routineaufgaben bei der Gefährdungsbeurteilung für ein neues Level der Arbeitssicherheit, da potenzielle Risiken schneller und datengestützt identifiziert werden können. Besonderes Interesse weckte der „Sicherheitsbeauftragte Simon“. Dabei handelt es sich um eine KI-gesteuerte Anwendung, die aus Auftragsdaten und spezifischen Baustelleninformationen automatisch fundierte Gefährdungsbeurteilungen erstellt. Simon leitet notwendige Schutzmaßnahmen ab und lernt mit jedem Projekt dazu. Das Ergebnis: Höchste Präzision bei der Arbeitssicherheit und eine enorme Zeitersparnis bei der Dokumentation. Die Zeitersparnis bei administrativen Prozessen hält den Betrieben den Rücken frei und schafft wertvollen Raum, um sich wieder voll und ganz auf das eigentliche Handwerk zu konzentrieren.

Das Handwerkerfrühstück bot neben den fachlichen Impulsen vor allem Raum für den Austausch. Dirk Eckart teilte nicht nur Erfolge, sondern sprach auch offen über die Herausforderungen bei der Implementierung digitaler Prozesse. Die Veranstaltung verdeutlichte, dass die digitale Transformation im Mittelstand vor allem eines erfordert: Mut zum ersten Schritt und den Austausch mit Gleichgesinnten.

(KHS)