
Liebe Handwerkskolleginnen und Handwerkskollegen,
wird Euch in letzter Zeit auch manchmal mulmig, wenn Ihr die Kriegsrhetorik unserer Politiker hört? Plötzlich versucht man uns zu erklären, warum die USA und Israel einen „gerechten“ Krieg führen und warum dieser Angriffskrieg nicht völkerrechtswidrig ist. Werden jetzt Sanktionspakete von der EU gegen diese beiden Länder vorbereitet? Mitnichten!
Auf der einen Seite beschneiden wir uns selbst bei der Energieversorgung, indem wir alles aus Russland Kommende ablehnen oder über Drittstaaten teuer einkaufen, und auf der anderen Seite wird von unseren „Verbündeten“ ein Flächenbrand entfacht, der Europa, also auch uns, in das nächste Energiechaos stürzt. Das betrifft dann jeden Einzelnen und besonders unsere Handwerksbetriebe, denn die Anzeigen an den Zapfsäulen sprechen eine deutliche Sprache. Während bei ähnlichen Krisen der Staat immer für Entlastung sorgte (man könnte ja z. B. auf einen Teil der horrenden Steuern verzichten), duckt man sich erst einmal weg und verdient sich eine goldene Nase. Den geschundenen Landeshaushalten, Sachsen fehlen in den nächsten zwei Jahren drei Milliarden Euro, würde das ja richtig guttun. Ich habe nur noch nicht gehört oder gelesen, dass diese Mehreinnahmen dafür verwendet werden. Wir müssen die Preissteigerungen, die dadurch auf uns zukommen, auch weitergeben. Und wer kann sich dann noch Handwerkerleistungen leisten?
Ihr seht, das ist ein Teufelskreis und die Spirale dreht sich immer schneller. Ich bin sicher, uns Handwerkern fällt auch da wieder etwas ein und wir werden auch diese Krise meistern. Mögliche Nachfolger für unsere Betriebe schreckt das aber immer mehr ab.
Dass wir mit dem Berufsnachwuchs auf dem richtigen Weg sind, zeigte wieder einmal unsere Winterfreisprechung im Theater Meißen. 67 junge Gesellinnen und Gesellen erhielten dort ihren verdienten Lohn für drei Jahre Ausbildung. In einem würdigen Rahmen war diese Veranstaltung ein gelungener Abschluss. Wir möchten auch an dieser Stelle den Lehrbetrieben für ihr Engagement danken und Sie auffordern, nicht nachzulassen, gute Gesellinnen und Gesellen auszubilden, zu fordern und zu fördern. Gemeinsam mit unserer Handwerkskammer haben wir drei dieser vorbildlichen Ausbildungsbetriebe ausgezeichnet und deren Engagement gewürdigt.
Wir als Kreishandwerkerschaft unterstützen Euch mit unseren Aktivitäten der Offenen Werkstatt. Ob bei den Berufetagen oder den ganzjährigen AG‘s sehen wir Jugendliche, die Interesse haben, die sich ausprobieren wollen und denen wir die Möglichkeit dazu bieten. Die gut besuchten Kurse und auch der Anstieg der abgeschlossenen Ausbildungsverträge machen uns Mut und bestärken uns, diesen Weg konsequent weiterzugehen.
Gott schütze das ehrbare Handwerk
Euer Kreishandwerksmeister
Peter Liebe