Auf großes Interesse stieß das Fachseminar „Innendämmung und Fensterertüchtigung im Baudenkmal“, das im Rittergut und der Offenen Werkstatt in Riesa am 13. März 2026 stattfand. Die Veranstaltung, organisiert im Rahmen der Reihe zur energieeffizienten Modernisierung historischer Gebäude, brachte Fachleute unterschiedlicher Disziplinen zusammen und wurde von den Teilnehmenden als voller Erfolg bewertet.

Vertreter aus Handwerk, Denkmalpflege, Restaurierung sowie Denkmaleigentümer und Behörden nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze bei der energetischen Ertüchtigung historischer Bausubstanz auszutauschen. Der interdisziplinäre Dialog stand dabei im Mittelpunkt und wurde von allen Beteiligten als besonders gewinnbringend hervorgehoben.

Den fachlichen Auftakt gestaltete Dipl.-Ing. Heike Sonntag vom Institut für Bauklimatik der TU Dresden. In ihrem Vortrag vermittelte sie fundiert und praxisnah die bauphysikalischen Grundlagen der Innendämmung. Im Fokus standen insbesondere ziegel- und klinkersichtige Schmuckfassaden, bei denen Außendämmungen nicht möglich sind. Anhand ihrer Ausführungen wurde deutlich, wie entscheidend Faktoren wie Feuchteverhalten, Wärmebrücken und Materialeigenschaften für eine schadenfreie Umsetzung sind. Frau Sonntag erläuterte die wesentlichen Planungsparameter sowie die Risiken unsachgemäßer Ausführung und stellte den „Leitfaden Innendämmung“ ihres Institutes vor, der den Teilnehmenden auch über die Veranstaltung hinaus als praxisnahe Orientierung dient. Die im Vortrag präsentierten Inhalte verdeutlichten zudem, dass eine sorgfältige Analyse der Bestandskonstruktion die Grundlage jeder erfolgreichen Maßnahme bildet.

Im anschließenden Vortrag zeigte Dipl.-Ing. Thomas Löther vom Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen anhand konkreter Beispiele typische Schadensbilder und Problemstellungen auf. Dabei wurde deutlich, welche Folgen Fehler in der Innendämmung haben können und wie wichtig eine sorgfältige Planung und Ausführung sind. Die vorgestellten Praxisfälle verdeutlichten eindrucksvoll die zuvor theoretisch erläuterten Zusammenhänge. Besondere Aufmerksamkeit galt den spezifischen Herausforderungen im Denkmalschutz, etwa bei der Umnutzung historischer Gebäude oder im Umgang mit vorhandenen Befunden wie Wandmalereien. Ein zentrales Fazit der Veranstaltung lautete daher, dass es keine pauschalen Lösungen geben kann. Vielmehr erfordert jedes Denkmal eine individuelle Herangehensweise, die auf fundiertem Wissen über Materialien und bauphysikalische Prozesse basiert.

In der abschließenden Diskussion wurde die Bedeutung einer frühzeitigen und engen Zusammenarbeit aller Beteiligten betont. Nur durch das Zusammenwirken von Planern, Behörden und ausführenden Gewerken lassen sich nachhaltige und denkmalgerechte Lösungen realisieren. Mit der gemeinsamen Veranstaltung haben das Denkmalnetz Sachsen und die Kreishandwerkerschaft Region Meißen einmal mehr gezeigt, wie wichtig der Wissenstransfer zwischen Theorie und Praxis ist. Das Seminar leistete damit einen wichtigen Beitrag zur Qualifizierung von Fachkräften und zur Sicherung der Qualität im Umgang mit historischer Bausubstanz.

„Wir können auf so viel Wissen wie noch nie in der Geschichte zurückgreifen – es ist also an uns, im Austausch zu bleiben und dieses Wissen in guter Zusammenarbeit zum Wohle unserer Denkmäler zu bündeln“, fasste ein Teilnehmer die Ergebnisse treffend zusammen.

(KHS)