
Liebe Leserinnen, Liebe Leser,
auch das Handwerk in unserer Region spürt 2026 einen Wandel, der weit über den Alltag hinausreicht. Zwei Entwicklungen prägen dabei wie kaum zuvor die tägliche Arbeit: die Sicherung von Fachkräften und die fortschreitende Digitalisierung. Besonders die Künstliche Intelligenz könnte sich in kurzer Zeit vom viel diskutierten Zukunftsthema zu einem festen Bestandteil des handwerklichen Alltags entwickeln. KI kann Betriebe bei Angeboten, Dokumentationen und organisatorischen Abläufen unterstützen und Freiräume schaffen, in denen die Fachkräfte das tun können, was sie am besten können: Wert schaffen, gestalten, reparieren.
Gleichzeitig bleibt die Nachwuchsgewinnung weiterhin unsere größte gemeinsame Aufgabe. In jedem Gewerk diskutiert man intensiv darüber, wie wir junge Menschen erreichen können, wie eine moderne, dialogorientierte Ausbildungskultur aussehen kann und wie es uns gelingt, Talente frühzeitig an Verantwortung und Führung heranzuführen.
Außerdem gewinnt die Kreislaufwirtschaft an Bedeutung – nachhaltige Materialien und ressourcenschonende Prozesse werden zunehmend zu wirtschaftlichen Erfolgsfaktoren.
Wir in der Kreishandwerkerschaft der Region Meißen sind auf dem richtigen Weg. Das hat die Innovationskonferenz Ausbildung am 8. Juni 2026 in Riesa eindrucksvoll gezeigt. Handwerk, Wissenschaft und regionale Partner kamen zusammen, um über die Zukunft der Ausbildung zu sprechen. Die Impulse von Prof. Hille und Prof. Dornberger zu Generationenarbeit und Karrierewegen haben deutlich gemacht, wie wichtig es ist, junge Menschen ernst zu nehmen, ihnen Perspektiven zu geben und sie aktiv einzubinden. Mit unseren „Berufetagen“ stellten wir zudem ein starkes regionales Format vor, das Jugendlichen praktische Einblicke in unsere Gewerke ermöglicht. Der begleitende „Markt der Möglichkeiten“ zeigte zudem, wie vielfältig die Unterstützung für unsere Ausbildungsbetriebe ist. Lesen Sie dazu auf den Seiten 10/11.
Diese Konferenz hat außerdem deutlich gemacht: Die Zukunft des Handwerks gelingt nur gemeinsam. Mit Mut zur Innovation, mit Offenheit für neue Wege und mit dem festen Willen, die nächste Generation für unser Handwerk zu begeistern. Gleichzeitig braucht es eine Politik, die diesen Wandel aktiv und unbürokratisch flankiert. Gerade im ländlichen Raum – dort, wo Handwerk die Wirtschaftskraft, die Versorgungssicherheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt trägt – müssen Förderstrukturen, Entscheidungswege und Rahmenbedingungen so gestaltet sein, dass Betriebe nicht ausgebremst, sondern gestärkt werden. Es wird endlich Zeit, dass die dafür passenden politischen Signale sowohl aus Berlin als auch aus der Landeshauptstadt kommen. Der Erwartungsdruck im Handwerk ist groß.
Mit handwerklichen Grüßen
Jens Torsten Jacob
Geschäftsführer