Meißen, August 2025 – Die geplante Novellierung des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes stößt in der Region Meißen auf große Aufmerksamkeit. Handwerksbetriebe, Kammern und Kreishandwerkerschaft begrüßen die Initiative des Bundesfinanzministeriums, sehen aber auch dringenden Handlungsbedarf bei der Umsetzung vor Ort. Im Landkreis Meißen ist das Handwerk ein zentraler Wirtschaftsfaktor – vom Friseur über das Baugewerbe bis hin zu metallverarbeitenden Betrieben. Gerade in den lohnintensiven Branchen steigt der Druck durch Schwarzarbeit, nicht zuletzt wegen der hohen Sozialabgaben, die derzeit bei rund 42 Prozent liegen. Viele Betriebe berichten von Wettbewerbsverzerrungen durch illegale Anbieter, die sich nicht an gesetzliche Vorgaben halten.
Die Handwerkskammer Dresden, zuständig für die Region Meißen, fordert eine stärkere Einbindung in die Kontrollprozesse. Ihre de-taillierten Kenntnisse über die Betriebe und die Führung der Handwerksrolle könnten entscheidend dazu beitragen, Verdachtsfälle frühzeitig zu erkennen und gezielt zu prüfen. Auch die kommunalen Ordnungsämter sollen laut Gesetzesentwurf mehr Befugnisse erhalten, um etwa Scheinbetriebsleiterverhältnisse aufzudecken und gewerberechtliche Verstöße konsequenter zu verfolgen.
Positiv bewertet wird die Aufnahme des Friseur- und Kosmetikgewerbes in den Katalog der Schwarzarbeitsbranchen. In Meißen, wo sich die Zahl der Barbierbetriebe zuletzt deutlich erhöht hat, ist dies ein wichtiger Schritt, um auch neue Geschäftsmodelle rechtssicher zu erfassen und zu kontrollieren.
Die geplante Digitalisierung der Kontrollprozesse und der verbesserte Datenaustausch zwischen Zoll, Handwerkskammer und Tarifpartnern wird als Chance gesehen, Schwarzarbeit effizienter zu bekämpfen. Die Kreishandwerkerschaft ist bereit, ihren Beitrag zu leisten – vorausgesetzt, die lokalen Strukturen werden gestärkt und die Besonderheiten des Handwerks berücksichtigt.
(KHS)