Handwerk und Innovation im Rückblick:

Sommerferien in der Offenen Werkstatt Riesa

Handwerk und Innovation – das klingt nach Funkenflug. Wenn Tradition und Moderne aufeinandertreffen, wenn überliefertes Können mit neuen Ideen verschmilzt, entsteht genau jener kreative Spannungsbogen, in dem das Projekt „WIR! – Das Handwerk als Innovationsmotor in der Elberegion Meißen“ arbeitet.

In Sachsen ist das Handwerk nicht nur ein Wirtschaftszweig, sondern ein echtes Kraftfeld: Fast jedes vierte Unternehmen ist ein Handwerksbetrieb. Viele kleine und mittelgroße Firmen stehen nah am Menschen, entwickeln passgenaue Lösungen und bringen eine beeindruckende Vielfalt an Wissen und Fertigkeiten mit. Sie sind tief in der Region verwurzelt – und genau dort unverzichtbar.

Damit diese Stärke bleibt und junge Menschen Lust bekommen, selbst Teil dieser lebendigen Werkbankkultur zu werden, hat die Offene Werkstatt Riesa in den Sommerferien ein buntes, inspirierendes Programm auf die Beine gestellt. Unterstützt wird es im Rahmen der Initiative „Wandel durch Innovation in der Region“ durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

So wird aus handwerklichem Erbe ein Zukunftsmotor – und aus der Region ein Ort, an dem Ideen nicht nur gedacht, sondern gemacht werden.

Kreative Vielfalt in den Ferienwochen

Rückblick auf die Sommerferien: Praktischer Sommerspaß in der Offenen Werkstatt. Vom 6. Juli bis zum 14. August 2026 wurde die Offene Werkstatt Riesa zu einem vibrierenden Treffpunkt für junge Kreative, Tüftlerinnen und Tüftler. Sechs Wochen lang herrschte dort eine Atmosphäre, die nach Holz, Ideen, Werkzeugen und Zukunft roch. Unter dem Motto „Handwerk praktisch erleben“ entstanden Projekte, die nicht nur handwerkliches Können vermittelten, sondern auch Mut zum Ausprobieren und Lust auf berufliche Perspektiven weckten.

Woche 1 – Holz, Medien & 3D-Magie: Ein Auftakt voller Energie. Die erste Ferienwoche startete mit einem kreativen Paukenschlag. In der Holzwerkstatt bauten die Teilnehmenden ihren eigenen Schwedenstuhl – ein Möbelstück, das nicht nur stabil, sondern auch ein echter Hingucker für Garten oder Jugendzimmer wurde.

Parallel dazu verwandelte sich ein Raum in ein Podcast-Studio: Jugendliche entwickelten eigene Themen, sprachen Moderationen ein, experimentierten mit Soundeffekten und produzierten eine komplette Podcast-Folge.

In der 3D-Druckwerkstatt entstand eine moderne Designer-Lampe. Die Jugendlichen lernten, wie digitale Konstruktion funktioniert, wie ein Druckprozess abläuft und wie aus einer Idee ein physisches Objekt wird.

Woche 2 – Wikinger-Feeling: Ein Klassiker entsteht. In der zweiten Woche wurde es nordisch: Die Jugendlichen fertigten ein komplettes Wikinger-Schachspiel. Vom Zuschnitt der Holzklötze über das Schleifen bis hin zur Gestaltung der Figuren entstand ein Spiel, das den Sommer über auf Wiesen, Terrassen und Campingplätzen zum Einsatz kam.

Woche 3 – Der Leiterstuhl: Handwerk mit Aha-Effekt. Die dritte Woche widmete sich einem Möbelstück, das gleich mehrere Funktionen vereint: dem Leiterstuhl. Die Jugendlichen bauten ein cleveres, multifunktionales Objekt, das zeigt, wie durchdachtes Handwerk den Alltag erleichtert. Präzision, Stabilität und das Zusammenspiel verschiedener Holzverbindungen standen im Mittelpunkt.

Woche 4 – Pixelkunst, Fotografie & die Premiere des KFZ-Workshops: Die vierte Ferienwoche entpuppte sich als wahres kreatives Feuerwerk. In der 3D-Druckwerkstatt entstanden farbenfrohe Pixel-Art-Objekte, während parallel dazu erste Schritte in der Mikrocontroller-Programmierung gewagt wurden – kleine digitale Wunder, die zeigten, wie spielerisch Technik sein kann. Ergänzt wurde das Programm durch einen Fotokurs, in dem die Jugendlichen mit Licht, Perspektive und professionellen Tricks experimentierten und ihre eigenen Bildserien entwickelten.

Medienaufmerksamkeit für das Handwerk von morgen

Doch all diese kreativen Impulse wurden noch überstrahlt von einem besonderen Höhepunkt: der Premiere des neuen KFZ-Workshops. Unter fachkundiger Anleitung tauchten die Jugendliche tief in die Welt des Kfz-Handwerks ein. An einem Golf 5 und mehreren praxisnahen Stationen lernten sie, wie Bremse und Fahrwerk funktionieren, wie man Reifen fachgerecht repariert, wie eine Lichtwand eingesetzt wird, oder Klimaanlagen geprüft werden und wie das Reifendruckkontrollsystem programmiert wird.

Der Workshop war so überzeugend, dass der MDR im Sachsenspiegel und im Sachsenradio darüber berichtete – ein starkes Zeichen für die Strahlkraft des handwerklichen Nachwuchses.

Woche 5 – Film ab! & Berufspraktische Tage: Handwerk zum Anfassen. In Woche fünf stand die Welt der bewegten Bilder im Mittelpunkt. Im Videokurs lernten die Jugendlichen, wie man Storyboards entwickelt, Kameras führt, Szenen schneidet und eigene Clips produziert.

Parallel dazu fanden die Berufspraktischen Tage – Perspektiven im Handwerk statt, organisiert in Riesa und Meißen. Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 7 erhielten die Möglichkeit, echte Handwerksberufe kennenzulernen – nicht durch Zuhören, sondern durch eigenes Tun. In rund 2,5-stündigen Modulen – durchgeführt in der Offenen Werkstatt Riesa und der SOPRO Meißen – bearbeiteten die Jugendlichen Materialien, fertigten Werkstücke und lernten Werkzeuge kennen. Sie nahmen ihre Ergebnisse als greifbare Erinnerung mit nach Hause – und oft auch als ersten Funken handwerklicher Berufsbegeisterung.

Woche 6 – Hoch hinaus: Stelzenbau mit Spaßfaktor. Zum Abschluss ging es wortwörtlich nach oben: Unter dem Motto „Wir bauen Stelzen“ fertigten die Jugendlichen eigene Holzstelzen. Nach dem letzten Schliff wurden die neuen Sportgeräte sofort ausprobiert – mit wackligen ersten Schritten, viel Gelächter und sichtbarem Stolz. Diese Woche zeigte noch einmal, wie viel Freude handwerkliches Tun macht, wenn man sich selbst herausfordert und am Ende über sich hinauswächst.

Zukunft gestalten im Handwerk

Die Sommerferien 2026 haben eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig, vielseitig und zukunftsfähig das Handwerk in der Elberegion Meißen ist. In der Offenen Werkstatt Riesa wurde nicht nur gesägt, geschraubt, programmiert und gestaltet – hier wurde Zukunft gebaut. Jede Woche, jedes Projekt und jeder Workshop haben jungen Menschen die Möglichkeit gegeben, eigene Talente zu entdecken, handwerkliche Fähigkeiten auszuprobieren und erste berufliche Perspektiven zu entwickeln.

Ob Holzwerkstatt, Medienproduktion, 3D-Druck, Fotografie, Mikrocontroller oder der vielbeachtete KFZ-Workshop: Die Ferienwochen haben gezeigt, wie stark die Verbindung von Tradition und Innovation sein kann, wenn man Räume schafft, in denen junge Menschen experimentieren dürfen. Die Berufspraktischen Tage haben diesen Ansatz perfekt ergänzt und deutlich gemacht, wie wertvoll echte Praxiserfahrungen für die Berufsorientierung sind. Damit wird die Offene Werkstatt Riesa zu einem Ort, an dem handwerkliches Erbe nicht bewahrt, sondern weiterentwickelt wird – gemeinsam, kreativ und mit Blick nach vorn.

Die Sommerferien 2026 waren ein starkes Zeichen dafür, dass das Handwerk in der Region nicht nur ein Motor der Wirtschaft ist, sondern auch ein Motor der Begeisterung, der Bildung und der Zukunft.. Und genau darin liegt die Kraft der Kreishandwerkerschaft mit ihrer Offenen Werkstatt: Es bringt nicht nur junge Menschen zusammen, schafft neue Impulse und zeigt, dass Innovation dort entsteht, wo man Dinge nicht nur denkt, sondern auch macht.

(KHS)