Am 13. August 2025 fand die turnusmäßige Arbeitstagung der Kreishandwerkerschaften Dresden, Bautzen, Görlitz, Meißen und Südsachsen gemeinsam mit der Handwerkskammer Dresden im Rittergut Riesa statt. Dieser intensive Austausch zwischen den regionalen Vertretern des Handwerks und der Kammerführung findet regelmäßig statt und ist eine hervorragende Möglichkeit, auf aktuelle Themen des Handwerks reagieren zu können.
Nachdem von seitens der Gastgeber das Konzept der zukünftigen Gestaltung erläutert wurde, fand ein gemeinsamer Rundgang statt. „Das WIR-Projekt in Riesa ist ein zukunftsweisendes Projekt der Kreishandwerkerschaft, das im Rittergut Riesa angesiedelt ist. Es soll traditionelles Handwerk mit moderner Techno-logie, Bildung und Forschung verbinden“, so der Geschäftsführer, Jens-Torsten Jacob. Die Teilnehmer zeigten sich beeindruckt von der Idee der handwerklichen Belebung dieses An-wesens und nutzten die Gelegenheit zu einer Reihe von Fragen.
Anschließend wurde die Tagung durch den Präsidenten der Handwerkskammer Dresden, Jörg Dittrich, eröffnet. In seiner Begrüßung betonte er, wie wichtig ihm diese Begegnungen sind. Er berichtete von einer Reihe aktueller Themen und Initiativen des Zentralverbandes aus Berlin und hob dessen Bedeutung hervor. Er würdigte außerdem das Engagement und die regionale Zusammenarbeit der Kreishandwerkerschaften für die Stärkung des regionalen Handwerks.
Im Anschluss berichteten die jeweiligen Kreishandwerksmeister aus ihren Regionen. Die Teilnehmerrunde Dabei wurden aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen thematisiert, darunter die angespannte Fachkräftesituation, die Ausbildungszahlen sowie regionale Initiativen zur Nachwuchsförderung. Die Berichte zeigten deutlich, wie vielfältig die Anforderungen an die Handwerksorganisationen in den einzel-nen Landkreisen sind und wie engagiert die Kreishandwerkerschaften auf diese reagieren. Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung lag auf der Diskussion aktueller politischer Themen. Die Teilnehmer griffen einige gesetzliche Neuerungen und politische Vorhaben auf, die das Handwerk unmittelbar betreffen. Dabei wurde insbesondere die Notwendigkeit betont, die Interessen der Handwerksbetriebe gegenüber der Landespolitik noch geschlossener und klarer zu vertreten. In diesem Zusammenhang wurde auch die bevorstehende Gesprächs-runde mit der Sächsischen Staatskanzlei am 19. August 2025 vorbereitet. Ziel dieser Abstim-mung war es, gemeinsame Positionen zu entwickeln und konkrete Anliegen zu formulieren, die in das Gespräch mit der Staatsregierung eingebracht werden sollen.
Ein weiterer Programmpunkt waren die Planungen zur Zukunftspreisvergabe „Handwerksbetrieb des Jahres 2026“ durch die Handwerkkammer Dresden. „Der Zukunftspreis steht für Innovationskraft, unternehmeri-schen Weitblick und nachhaltiges Denken im sächsischen Handwerk“, so Präsident Dittrich. Jedes Jahr wird dieser Preis unter dem Titel „Handwerksbetrieb des Jahres“ an Unternehmen verliehen, die sich mit außergewöhnlichem Engagement den Herausforderungen unserer Zeit stellen. Teilnahmeberechtigt sind Betriebe, die seit mindestens zwei Jahren wirtschaftlich erfolgreich arbeiten und in der Handwerksrolle der HWK Dresden eingetragen sind. Bewertet werden herausragende Leistungen in verschiedenen Bereichen: von der Gewinnung und Bindung qualifizierter Mitarbeiter über die Entwicklung nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen bis hin zur Nutzung moderner Technologien und der Um-setzung umfassender Nachhaltigkeitsstra-tegien. Der Zukunftspreis würdigt damit nicht nur unternehmerische Exzellenz, sondern auch den Mut, neue Wege zu gehen – und macht deutlich, wie lebendig, kreativ und zukunftsorientiert das Handwerk in Ostsachsen ist.
Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden, Dr. Andreas Brzezinski, hofft auf eine rege Bewerbung seitens der Handwerks-betriebe und bittet die Kreishandwerkerschaften, Vorschläge zu unterbreiten.
Auch rechtliche Themen fanden ihren Platz auf der Tagesordnung. Der aktuelle Stand zur Mitteilungsverordnung wurde vorgestellt und diskutiert. Hintergrund war, dass sich das Bun-desfinanzministerium nach einem intensiven Austausch mit dem ZDH zur Auslegung der Mitteilungsverordnung geäußert und weitge-hende Ausnahmen von der Mitteilungspflicht beschlossen hatte. Die Teilnehmer waren sich darin einig, dass diese Verordnung erneut nur unnötige Bürokratie hervorbringen wird. Sie betonten, wie wichtig klare und praxisnahe Regelungen, die allen Rechtssicherheit und Planungsspielraum bieten, sind.
Abschließend wurde ein Ausblick auf die Europäischen Tage des Kunsthandwerks (ETAK) vom 10. bis 12. April 2026 gegeben. Interessier-te Betriebe des Kunsthandwerks können ab sofort ihre Teilnahme bei den Kreishandwer-kerschaften oder der Handwerkskammer be-kanntgeben. Man wünscht sich gemeinsam eine aktivere Beteiligung von Handwerks-betrieben, um die Vielfalt und Kreativität des regio nalen Kunsthandwerks einer breiten Öf-fentlichkeit präsentieren zu können.
Die Tagung bot nicht nur fachliche Impulse, sondern gab auch Raum für persönliche Begegnungen und trug dabei einmal mehr zur Stärkung des Netzwerks der Kreishandwerkerschaften mit der Handwerkskammer in Ostsachsen bei.
(Fotos und Text: KHS)